Medizinische Fachkreise

UNSERE ARZNEIMITTEL

Santhera hat sich der Entwicklung neuer Therapien für Patienten mit mitochondrialen Erkrankungen verschrieben. Unser Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Therapien für neuromuskuläre und neuroophthalmologische Erkrankungen, für die derzeit kaum Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Unsere Pipeline: Idebenon bei DMD

Die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ist eine der am weitesten verbreiteten und schwerwiegendsten Formen von Muskelschwund, die rasch fortschreitet und bereits in jungem Alter einsetzt.1,2

Die genetisch bedingte, degenerative Krankheit wird X-chromosomal rezessiv vererbt und tritt weltweit bei Knaben mit einer Inzidenz von bis zu 1 in 3.500 Lebendgeburten auf.1Die Symptome manifestieren sich erstmals durchschnittlich im Alter zwischen 3 und 5 Jahren, entwickeln sich im Verlauf zu einer fortschreitenden Muskelschwäche, die in der Regel bis zum Teenageralter zum Verlust der Gehfähigkeit der Patienten führt.1,3,5

Charakteristisch für DMD ist der Verlust des Proteins Dystrophin, der zu Zellschädigung, gestörtem zellulärem Kalziumhaushalt, erhöhtem oxidativem Stress und verringerter zellulärer Energieproduktion in den Muskelzellen führt.3,4 Diese zellulären Schäden resultieren in fortschreitender Muskelschwäche und Muskelschwund und führen aufgrund von Herz-/Lungeninsuffizienz zu frühzeitiger Morbidität und Mortalität.24, 613 In Folge der fortschreitenden Atemmuskelschwäche kommt es zu einer restriktiven Ventilationsstörung, Hypoventilation, unproduktivem Husten, rezidivierenden Atemwegsinfekten, Atelektase sowie respiratorischer Insuffizienz und letztendlich zur Beatmungspflicht.1416 Mit fortschreitender respiratorischer Insuffizienz ist eine mechanische Beatmung unumgänglich, um ein Überleben über das späte Teenageralter hinaus sicherzustellen.2,6,13,17

Um die Krankheitsprogression bei Patienten mit DMD zu verlangsamen, sind dringend neue Therapien erforderlich 
Derzeit stellen Glukokortikoide die einzige verfügbare medikamentöse Behandlung dar, die die Abnahme der Muskelkraft und -funktion verlangsamen kann; die Behandlung hat keinen Einfluss auf die krankheitsverursachende Mutation.3,5,13,17,18 Steroide wirken jedoch nur teilweise und sind mit bekannten Nebenwirkungen verbunden, die die Anwendung einschränken.3,5,13,17,18 Eine aktuelle Studie ergab, dass 42% der DMD-Patienten (im Alter von 10 Jahren und älter) Steroide entweder nie angewendet oder die Anwendung abgebrochen haben.5 

Der Verlust der Atmungsfunktion ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität bei Patienten mit DMD, sodass neue Therapien zur Unterstützung der Atmungsfunktion dringend erforderlich sind.2,6,13,17

In Zusammenarbeit mit Parent Project Muscular Dystrophy (PPMD) hat Santhera eine Untersuchung durchgeführt, um die Präferenzen von Patienten und Betreuungspersonen hinsichtlich Nutzen und Risiken von Therapien zur Unterstützung der Atmungsfunktion bei DMD zu ermitteln.19 

Die klinische Entwicklung von Idebenon zur Anwendung bei DMD
Santheras klinisches Entwicklungsprogramm zu Idebenon bei DMD startete mit einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie (DELPHI).20,21

Die darauffolgende DELOS-Studie untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Idebenon hinsichtlich einer Verzögerung des Verlusts der Atmungsfunktion bei DMD-Patienten im Vergleich zu Placebo.5 DELOS war eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie mit DMD-Patienten im Alter von 10–18 Jahren ohne Glukokortikoid-Begleittherapie.6 Die Ergebnisse der DELOS-Studie wurden in mehreren Peer-Review-Fachzeitschriften veröffentlicht. 6,22,23,24,25

Die SIDEROS Studie ist eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie und untersucht die Wirksamkeit von Idebenon zur Verlangsamung des Atmungsfunktionsverlustes bei DMD-Patienten, welche gleichzeitig mit Glukokortikoiden behandelt werden. Weitere Informationen zur Studie sind unter www.siderosdmd.com verfügbar.

Santhera hat für Idebenon zur Behandlung von DMD den Orphan-Drug-Status in Europa und den USA erhalten. Darüber hinaus hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Santhera für Idebenon zur Behandlung von DMD den Rare-Pediatric-Disease-Status und den Fast Track-Status gewährt. Ausserdem gewährte die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency) Idebenon den Status eines „vielversprechenden innovativen Arzneimittels“ (Promising Innovative Medicine, PIM). 

"Take a Breath DMD" Aufklärungskampagne
Mit der Lancierung der "Take a Breath DMD" Kampagne hebt Santhera die Bedeutung des Erhalts der Atmungsfunktion bei DMD-Patienten hervor. Das Ziel dieser Aufklärungskampagne ist es, Betroffenen mit DMD, deren Familien und Betreuern, Informationen zur Verfügung zu stellen über den Umgang mit Atmungskomplikationen, wie Husten, die Atmungsfunktion und Massnahmen für deren Erhalt.
Die auf www.takeabreathdmd.com verfügbaren Informationen zur Atmungsfunktion bei DMD sind für Interessenten mit Wohnsitz in den USA bestimmt.

Expanded Access Program “BreatheDMD” in den USA
Santhera ermöglicht Patienten mit DMD in den USA Zugang zum Prüfmedikament Idebenon im Rahmen eines erweiterten Zugangsprogramms (Expanded Access Program, EAP), genannt BreatheDMD. EAPs wie BreatheDMD sind von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) genehmigt. Solche Programme ermöglichen aufnahmeberechtigten Patienten mit schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen den Zugang zu einem Prüfmedikament noch vor dessen Zulassung, sofern keine geeignete Therapiealternative zu Verfügung steht. Idebenon ist ein Prüfmedikament, das zur Behandlung von DMD untersucht wird. Es ist derzeit von der US FDA noch nicht zugelassen und die Verträglichkeit und Wirksamkeit werden weiterhin in klinischen Studien evaluiert. Einzelheiten zu diesem EAP, einschliesslich der Teilnahmevoraussetzungen, sind auf der Website www.breatheDMD.com oder hier verfügbar. 

Quellenangaben

1.

Mendell JR & Lloyd-Puryear M. Muscle Nerve 2013; 48:21–26.

2.

Passamano L, et al. Acta Myol 2012; 31:121–125.

3.

Bushby K, et al. Lancet Neurol 2010; 9:77–93.

4.

Timpani CA, et al. Med Hypotheses 2015 ; 85:1021–1033.

5.

Henricson EK, et al. Muscle Nerve 2013; 48:55–67.

6.

Buyse GM et al. Lancet 2015; 385:1748–1757.

7.

Inkley SR, et al. Am J Med 1974; 56:297–306.

8.

Rideau RY, et al. Muscle Nerve 1981; 4:155–164.

9.

McDonald CM, et al. Am J Phys Med Rehabil 1995; 74:S70–S92.

10.

Tangsrud S, et al. Resp Med 2001; 95:898–903.

11.

Kohler M, et al. Am J Respir Crit Care Med 2005; 172:1032–1036.

12.

Bushby K, et al. Lancet Neurol 2010; 9:177–189.

13.

Buyse GM, et al. Eur Neurol Rev 2015; 10:189–194.

14.

Melacini P, et al. Neuromuscul Disord 1996; 6:367–376.

15.

Simonds AK. Semin Respir Crit Care Med 2002; 23:231–238.

16.

Bourke SC. Clin Med 2014; 14:72–75.

17.

LoMauro A, et al. Ther Clin Risk Manag 2015; 11:1475–1488.

18.

Ricotti V, et al. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2013; 84:698–705.

19.

Hollin et al., Muscle & Nerve 2017; 55:626-634.

20.

Buyse GM, et al. Neuromuscul Disord 2011; 21:396–405.

21.

Buyse GM, et al. Pediatr Pulmonol 2013; 48:912–920.

22.

McDonald et al. Neuromuscul Disord 2016; 26:473-480.

23.

Buyse et al., Pediatr Pulmonol 2017; 52:580-515.

24.

Mayer et al., J Neuromuscul Dis 2017; 4:189-198.

25.

Meier et al., Neuromuscul Disord 2017; 27:307-314.